Rede Dr. Anne Cyron – 09. Juli 2020

AfD fordert im bayerischen Landtag die sofortige Abschaffung der Gendersprache.

The world has gone mad – so könnte man den Zeitpunkt bezeichnen, zu dem die Gendersprache Einzug in unseren Alltag genommen hat. Denn die politisch korrekte Ausdrucksweise, bei der ganz bewusst beide Geschlechter angesprochen werden, damit sich niemand diskriminiert fühlt, nimmt seit Jahren immer groteskere Formen an, egal, ob es sich um die Anreden wie Profex, gendergerecht für Professor, oder das durch eine kurze Pause mitgesprochene Gender-Sternchen für Diverse handelt. Unter dem Vorwand der Geschlechtergerechtigkeit wird mit Hoheitsgewalt in Bildungseinrichtungen, Medien, Behörden die Gender-Sprache durchgesetzt, mit der ein ideologischer Umerziehungsauftrag verbunden ist. Denn die politische Bereinigung der Sprache ist eine diktatorische und ideologische Anmaßung gegen den Willen der Menschen. Ziel ist es, Menschen durch Sprache zu erziehen und die Wirklichkeit durch Sprache zu beherrschen.

Sprache ist eines der mächtigsten Werkzeuge. Sprachvorschriften ermöglichen die Manipulation des menschlichen Bewusstseins und erwirken dadurch  Veränderungen in der sozialen Realität. Bestimmte Ausdrücke werden tabuisiert, andere  favorisiert. Es geht um Zensur, es geht in letzter Konsequenz um Macht und nichts anderes, denn es wird eine autoritäre Entscheidung darüber getroffen, in welcher Weise öffentlich gesprochen werden darf.

Durch Steuerung von Kommunikationsprozessen versucht man, Denken in bestimmte Bahnen zu lenken. Es wird festgelegt, was man sagen darf, was man nicht mehr sagen darf. Aber was man nicht mehr sagen darf, darf man auch nicht mehr denken. Nicht mehr die Gedanken dürfen fortan die Sprache bestimmen, nein, Sprache bestimmt die Gedanken. Durch die Sprachvorschriften soll die Gesellschaft als Ganzes in ihrem Denken umerzogen werden. Schulbücher, Gesetzestexte, Vorlesungen, Politikerreden, alles ist gendergerecht zu formulieren, denn in der Gendersprache schlägt sich die angebliche Benachteiligung der Frau in Worten nieder, sie ist nach Ansicht unserer Genderdamen zutiefst maskulin und diskriminiert die Frauen. Hier vollzieht sich ein höchst undemokratischer Vorgang zugunsten der Radikalfeministinnen, denn Gendersprech wird in der Bevölkerung nicht akzeptiert. Lt. Studie Infratest-Dimap sind 56 % der Gesamtbevölkerung gegen das Gendersternchen, 52 % der Frauen sind dagegen

Sprache ist Produkt einer jahrhundertelangen Entwicklung, sie ist Spiegel der Gesellschaft und einem ständigem Wandel unterworfen, denn Sprech- und Schreibgewohnheiten, Stil und Grammatik passen sich den Lebensverhältnissen der Gesellschaft an.  Gender soll die Sprache gewaltsam im Sinne einer Ideologie verändern. Wenn Begriffe wie Vater und Mutter  aus dem Wortschatz der Kinder verbannt und durch Elter 1 und Elter 2 ersetzt werden sollen, wenn Kinderbücher umgeschrieben werden müssen, in denen traditionelle Rollenbilder vorkommen, dann ist das Kulturmord und Gehirnwäsche. Denn Sprache gibt uns Orientierung und sie gibt uns die Identität. Die Genderideologie strebt jedoch die Auflösung der Geschlechter und damit unserer Identität und die Abschaffung der traditionellen Familie an.

„Wir wissen, dass die Ideologie, auch die höchstintellektuelle, eine ärgere Schranke für die menschliche Freiheit sein kann als es jemals Inquisition und Despotismus waren“, so Carl Zuckmayer sehr treffend.

Gendersprache ist Inquisition bereits der Kleinsten und Despotismus gegen die Mehrheit der Bevölkerung durch Radikalfeministinnen. Nach ihrer Ansicht ist unsere Sprache das Produkt patriarchalischer Gesellschaftsstrukturen, sie ist maskulin und benachteiligt Frauen und ist daher zu zerstören. Die Radikalfeministinnen wollen eine Gesellschaft schaffen, die keinen Unterschied zwischen den Geschlechtern kennt. Und mit dieser fatalen geistigen Geschlechtsumwandlung soll bereits in der Krippenerziehung begonnen werden.

Gendergerechte Sprache ist eine Zumutung für guten Stil, Prägnanz und Verständlichkeit und voll von logischen Widersprüchen und gedanklichen Unklarheiten. Sprache begleitet uns in fast jedem Augenblick des Lebens, sie gibt uns Orientierung und stiftet unsere Identität. Sie bildet die Grundlage jeglicher menschlichen Gemeinschaft und ist damit viel zu wichtig, als dass wir Zugriffe staatlicher Überwachung oder ideologische Besserwisserei dulden dürfen. Ja, sie gibt uns Identität – ebenso wie das Geschlecht, das unsere Genderdamen ja auch auflösen wollen. Beenden wir also das Gender-Umerziehungsprogramm, denn die Menschen lehnen diese Sprachverhunzungen ab, sowohl Männer als auch Frauen. Diese feministischen Eingriffe in unsere Sprache sind nicht nur lächerlich, sie sind absolut überflüssig und machen guten Stil unmöglich.