Linksparteien und Grüne haben im Bundestag Gesetzesentwürfe zur Verankerung von Kinderrechten im Grundgesetz eingebracht.  Frau Giffey von der SPD will bis Ende 2019 einen Gesetzesentwurf über die Aufnahme von Kinderrechten ins Grundgesetz vorlegen.

Was auf den ersten Blick wünschenswert erscheint, nämlich die Rechte von Kindern zu stärken, entpuppt sich auf den zweiten Blick als weiterer ideologisch motivierter Angriff auf Ehe und Familie und eine weitere Aushöhlung der Inhalte des Art. 6 GG, gibt doch die Einführung von Kinderrechten dem Staat eine zusätzliche Möglichkeit, nun bis in den letzten Winkel der Familien hineinzuregieren. Man will also wieder einmal die Lufthoheit über die Kinderbetten erringen – dieses Mal nicht über die Genderideologie, sondern über die Ausweitung der staatlichen Gesetzgebung. Die SPD bleibt sich selbst in Zeiten des Abgangs in die politische Bedeutungslosigkeit treu. Was Olaf Scholz 2002 gefordert hatte, soll nun endlich umgesetzt werden. Kinderrechte im Grundgesetz bedeuten nichts anderes als einen legitimen staatlichen Zugriff auf die Kinder ohne Rücksicht auf die in Art. 6 GG festgelegten Elternrechte. Der Staat soll also künftig als Rechtsvertreter der Kinderinteressen gegenüber den Eltern auftreten können. Der Erziehungsauftrag kommt jedoch der Familie zu und Elternrecht ist unverhandelbares Naturrecht. Eine andere Interpretation lassen das Grundgesetz bzw. seine Auslegung nicht zu.

Kinderrechte im Grundgesetz sind gleichbedeutend mit einer Erweiterung der Zugriffsrechte des Staates auf Erziehung und Fürsorge. Die Elternrechte sollen also weiter eingeschränkt werden. Wäre die Einschränkung der Elternrechte nicht die zwingende Konsequenz, wäre die Einführung dieser Norm völlig überflüssig. Denn: Kinder sind Menschen und ihnen kommen damit alle im Grundgesetz verankerten und geschützten Menschenrechte zu.  Wozu also Kinderrechte im Grundgesetz? Kinder sind bereits vorgeburtlich Träger der Grundrechte. Aber genau diese Linken und Grünen, die dem ungeborenen Kind das Lebensrecht absprechen wollen, indem sie die Abschaffung des § 218 und Abtreibung ohne Einschränkung bis vor der Geburt fordern, machen sich nun plötzlich stark für die Kinderrechte.

Linke und Grüne bleiben sich treu. Mit dem Euphemismus „Kinderrechte“  soll es der linken Gesellschaftspolitik und ihren Vertretern möglich werden, auf die Kinder direkten Zugriff zu erhalten, das harmonische Verhältnis der Kinder zu ihren Eltern zu zerstören und Zwietracht in den Familien zu säen, indem den Eltern aus der verhassten bürgerlich-christlichen Gesellschaft a priori Despotismus in Bezug auf die Kinder unterstellt wird. Unter dem weiteren Euphemismus „Selbstbestimmung des Kindes“ sollen die störenden Eltern aus dem Weg geräumt werden, vor allem jene Eltern, die bemüht sind, ihre Kinder mit traditionellen christlichen Werten und kulturellen und ethischen Normen zu erziehen. Eltern werden also unter Generalverdacht gestellt.

Warum sollen denn Kinderrechte in das Grundgesetz übernommen werden und nicht Rechte anderer Gruppen der Gesellschaft? Nun, die marxistische Kulturrevolution vollzieht sich immer über die Kinder. Wer eine neue Gesellschaft schaffen will, bedient sich der Kinder. Das wissen wir aus der Geschichte der Ideologiebildung. Jedes System bedient sich, um die Gesellschaft zu verändern, bewusst oder unbewusst der Schwächsten, in diesem Falle der Kinder. Wer eine Gesellschaft bzw. den Staat zerstören will, beginnt bei der Zerstörung seiner wichtigsten Strukturen und das ist die traditionelle Familie. Die Ausweitung des Familienbegriffes weg von der traditionellen Familie aus Vater, Mutter, Kind hin zu allen möglichen Formen des Zusammenlebens genügt den linken und grünen Gesellschaftszerstörern nicht. Der Zugriff des Staates auf das Kind ist ein weiterer Schritt auf dem Weg in die marxistische Gesellschaft. Es bleibt zu hoffen, dass die CSU sich nicht als Steigbügelhalter der Marxisten erweisen wird.